Ratgeber
Wenn du als Kleinunternehmer oder Freiberufler selbstständig bist, kommst du an der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) nicht vorbei. Die gute Nachricht: Sie ist deutlich einfacher als eine doppelte Buchführung mit Bilanz. In diesem Artikel erfährst du, wer eine EÜR machen muss, wie sie aufgebaut ist, welche Fristen gelten und worauf du bei der Wahl deiner Software achten solltest.
Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ist die vereinfachte Form der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG. Statt einer vollständigen Bilanz mit Inventur und Abschreibungstabellen stellst du einfach deine Betriebseinnahmen den Betriebsausgaben gegenüber. Die Differenz ist dein Gewinn — und genau dieser Gewinn ist die Grundlage für deine Einkommensteuer.
Die EÜR steht grundsätzlich folgenden Gruppen offen:
Wichtig: Werden die Grenzen überschritten, wechselt das Finanzamt dich automatisch in die bilanzierungspflichtige Buchführung. Für die meisten Kleinunternehmer und Freiberufler bleibt die EÜR aber dauerhaft die richtige (und deutlich einfachere) Methode.
Eine EÜR folgt im Kern einem einfachen Schema:
| Position | Beispiel |
|---|---|
| Betriebseinnahmen | Rechnungen an Kunden, sonstige Erlöse |
| – Betriebsausgaben | Material, Software, Miete, Reisekosten, Versicherungen |
| = Gewinn / Verlust | Grundlage für die Einkommensteuer |
Seit einigen Jahren ist die EÜR zudem über die amtliche Anlage EÜR elektronisch ans Finanzamt zu übermitteln (über ELSTER). Eine formlose Gewinnermittlung reicht in der Regel nicht mehr aus.
Diese Angaben ersetzen keine steuerliche Beratung. Im Zweifel oder bei individuellen Fragen wende dich an deinen Steuerberater oder das zuständige Finanzamt.
Auch als Kleinunternehmer mit einfacher EÜR bist du – sofern du deine EÜR elektronisch anfertigst – an die GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form) gebunden. Die wichtigsten Punkte dabei:
Für die EÜR gibt es grob drei Wege:
Kostenlos, aber fehleranfällig: keine automatische GoBD-konforme Protokollierung, kein Schutz vor versehentlichem Löschen oder Verändern von Buchungen, kein strukturiertes Kassenbuch.
Funktional stark und weit verbreitet. Daten werden in der Cloud gespeichert — wer seine Buchhaltungsdaten lieber lokal auf dem eigenen PC behält, ist mit einer lokalen Lösung besser bedient.
Eine GoBD-konforme Lösung, die lokal auf dem eigenen Rechner läuft — bei vollem Funktionsumfang für Rechnungen, Ausgaben, Kassenbuch und EÜR-Auswertung. Daten bleiben auf dem eigenen PC, kein Cloud-Zwang.
Genau das ist die EÜR-App Pro: GoBD-konforme Rechnungen, Ausgabenverwaltung, Kassenbuch und automatische EÜR-Auswertung — 100 % lokal, ohne Cloud-Zwang. Erhältlich im Microsoft Store ab 6,99 €/Monat.
Mehr erfahrenDie EÜR ist für die meisten Kleinunternehmer und Freiberufler die einfachste Form der Gewinnermittlung — vorausgesetzt, die laufende Buchführung ist sauber, vollständig und GoBD-konform organisiert. Ob du dafür Excel, eine Cloud-Lösung oder eine lokale Software nutzt, hängt vor allem von deinem Buchungsvolumen, deinem Datenschutzanspruch und deinen Anforderungen an Datensicherheit und Komfort ab.
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⚠️ Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine steuerliche oder rechtliche Beratung dar. Steuerliche Regelungen können sich ändern und individuelle Sachverhalte erfordern eine persönliche Beratung. Bei konkreten Fragen wenden Sie sich bitte an einen Steuerberater oder Rechtsanwalt.